Holz für das Tragwerk

Patrick

Auswahlkriterien

Bei der Auswahl des Holzes für das Tragwerk oder für die Terrassendielen werden ungefähr dieselben Kriterien berücksichtigt. Aber ihre Bedeutung ist unterschiedlich:

  • Mechanischer Widerstand: Es wird eine Holzart mit gutem mechanischen Widerstand gewählt. Es ist allerdings nicht notwendig, sehr hartes Holz zu nehmen. Das Holz des Tragwerkes ist keinem Abrieb oder der Abnutzung ausgesetzt. Wichtig ist jedoch der Parameter der Biegsamkeit, welcher von elastisch bis sehr unbiegsam geht. Die zusammenfassende Tabelle der Holzarten im Band 2 führt die Biegsamkeit für jede Holzart auf.
  • Widerstandfähigkeit gegenüber Holzschädlingen: Genauso wichtig wie bei Terrassendielen.
  • Verfügbarkeit: Das Holz sollte in der Nähe und leicht verfügbar sein. Je nach Tragwerk kann die Menge an benötigtem Holz sehr groß sein. Es ist bequem, wenn Sie nicht erst weit fahren müssen, um fehlende Teile zu besorgen. Aber Achtung, Holzhändler haben nicht die ganze Palette an Holz für Tragwerke zur Auswahl zur Verfügung. Auch wenn es Standardmaße gibt, haben Händler nur die Produkte auf Lager, die sie am häufigsten verkaufen.
  • Der Preis: Das Holz für das Tragwerk ist, auf Kubikmeter umgerechnet, immer günstiger als Terrassendielen. Aber Vorsicht, die Menge an Holz für das Tragwerk kann sehr groß sein, dieser Posten sollte also im Budget nicht vernachlässigt werden.

Douglasienholz

Tragwerk einer Terrasse: Die Balken sind aus Douglasienholz.

Douglasienholz entspricht der Gefährdungsklasse 3 und dies auf ganz natürliche Weise. Das heißt, dass es im Außenbereich eingesetzt werden und zeitweilig nass werden kann ohne dadurch zu verrotten oder von Insekten befallen zu werden. Douglasienholz ist fast überall in allen guten Sägewerken in Mengen erhältlich. Man findet es in großen Abmessungen, was es ermöglicht, Tragwerkteile von bis zu 6 Metern einzuplanen! Der Preis ist wettbewerbsfähig und liegt nur wenig über dem für Tannenholz. Und schließlich ist Douglasienholz das einzige Nadelholz, dass in die Kategorie „unbiegsam“ eingeordnet wurde.

Aber bei Holz der Gefährdungsklasse 3 müssen bei der Verarbeitung ein paar Dinge berücksichtigt werden:

  • Der direkte vertikale oder horizontale Kontakt zweier Holzstücke sollte weitestgehend vermieden werden. Dies wäre sonst eine Stelle, wo Staunässe entsteht und somit das Holz schneller verrottet.
  • Der direkte Kontakt mit dem Mauerwerk sollte vermieden werden, wenn nötig, indem man einen bitumösen Belag als anti-saugfähige Abgrenzung zwischenlegt.
  • Erdkontakt sollte unbedingt vermieden werden. Ein 15-cm-Abstand zum Boden ist sinnvoll. Dadurch werden feuchte Erdspritzer bei starkem Regen vermieden.
  • Bei der Bestellung im Sägewerk ist anzugeben, dass man splintfreies Holz benötigt. Wenn der Handelspartner im Sägewerk dies ablehnt, was oft der Fall ist, dann kann man einen Maximalgehalt von 20% auf der ganzen Länge vereinbaren.

Unter Berücksichtigung dieser Empfehlungen bietet Douglasienholz für das Tragwerk ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis.

Wenn Sie allerdings kein Risiko eingehen möchten, dann ist behandeltes Holz vorzuziehen.

Lärchenholz

Lärchenholz ist, genauso wie Douglasienholz, eine Holzart der Gefährdungsklasse 3. Es ist vielleicht sogar etwas widerstandfähiger Pilzen und Insekten gegenüber als Douglasienholz. Trotzdem findet man es seltener als Tragwerkholz, denn die Industrie versucht eher, es zur Fassadenverkleidung oder als Terrassendielen in Geltung zu setzen. Wenn Sie aber Lärchenholz finden, dann zögern Sie nicht.

Schutzsalzimprägniertes Holz

Tragwerk einer Terrasse mit schutzsalzimprägnierten Balken.

Behandlung durch Druckverfahren ermöglicht es, Holzarten einzusetzen, die ohne diese Behandlung nur im Innenbereich einsetzbar gewesen wären. So erreicht man eine Gefährdungsklasse 4 bei Arten, die vor der Behandlung nur Klasse 2 oder 3 waren. Dies ermöglicht die Aufwertung von heimischen Arten, wie die Waldkiefer oder die See-Kiefer. Allerdings sind die Kubikmeterpreise deutlich höher als die für Douglasienholz, denn bei Holzschutzverfahren entstehen hohe Kosten für chemische Mittel und Energie.

Auch wenn man durchaus noch abgeneigt sein kann, was die Verwendung von chemisch behandelten Terrassendielen und der daraus entstehenden Gefahr der Toxizität angeht, bei Tragwerkteilen ist die Gefahr von Hautkontakt gleich null. Außerdem werden bei der Druckimprägnierung heutzutage Salze verwendet, die nicht so umweltschädlich sind.

Holzstücke der Gefährdungsklasse 4 benötigen weniger Vorsichtsmaßnahmen beim Bau als Douglasien- oder Lärchenholz (Gefährdungsklasse 3). Man kann sogar direkten Erdkontakt in Kauf nehmen, wenn es sich nicht vermeiden lässt. Um die Lebenserwartung Ihrer Terrasse zu erhöhen, sollten die weiter oben für Douglasienholz aufgelisteten Vorsichtsmaßnahmen soweit wie möglich eingehalten werden.

Eine letzte Vorsichtsmaßnahme: Verbrennen Sie die Holzreste nicht, sondern bringen Sie sie zum Recyclinghof. Tragen Sie beim Arbeiten Schutzhandschuhe, solange sie Sie nicht stören.

Tropenholz

Viele Tropenhölzer gehörten auf natürliche Weise der Gefährdungsklasse 4 an. Mehrere Aspekte grenzen allerdings ihre Verwendung als Tragwerk ein: Sie sind teuer, selten als Tragwerkholz verfügbar und ihr Gewicht und ihre Härte erschweren die Verarbeitung.

Sollten Sie allerdings in einer Gegend bauen, in der Tropenhölzer angebaut werden, dann kann dies eine sinnvolle Lösung und letztendlich wirtschaftlich und ökologisch sein. Außerhalb dieser Gegenden ist die einzige sinnvolle Verwendung von Tropenholz die als Lagerhölzer beim Verlegen einer Terrasse auf Kunststoffsockeln.

P.S.

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